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Kondolenzbriefe formulieren

Es kann eine kleine Karte sein oder aber ein langer Brief sein - wichtig sind Ihre eigenen persönlichen Empfindungen, die tröstlich sind und Ihr Beileid ausdrücken.

Erinnern Sie sich an den Verstorbenen zurück, versuchen Sie vor dem Beileid bekunden den Verstorbenen vor ihr inneres Auge zu holen. Welche Situationen fallen Ihnen ein, die Sie in Ihre Beileidsworte einfließen lassen können?

Beim schriftlichen Beileidstext sollte man jedes Wort gut abwägen. Die Beileidswünsche werden von den Hinterbliebenen in der ersten schmerzlichen Zeit immer wieder einmal gelesen. Wo eigene Worte fehlen, können Gedichte oder Zitate das eigene Verhältnis zum Verstorbenen auszudrücken. 

Jeder Mensch hat eine ganz eigene Art mit Situationen und Mitmenschen umzugehen. Diese Eigenaren hervorzuheben, zeugt von Mitgefühl. Es zeigt, dass Sie über den Verstorbenen nachgedacht und nachgefühlt haben und unterscheidet echte und von geheuchelten Beileidsgefühlen. 

Kondolenzbriefe sollten aus dem Herzen kommen, aber trotzdem nicht mit eigenen Gefühlen überfracht sein - die Angehörigen sind schon mit der eigenen Trauer sehr belastet.

Hier einige Anregungen für das Formulieren eines Kondolenzbriefes 
(Siehe auch: Klaus Dirschauer, Worte zur Trauer: 500 ausgewählte Weisheiten und Zitate für Todesanzeigen und Kondolenzbriefe) 

Elemente eines solchen Schreibens können sein
- Anrede des Trauernden, der trauernden Familie
- Eröffnungssatz, der das Ereignis des Todes, die Situation benennt
- Ein Abschnitt, der die Anteilnahme des Schreibenden zum Ausdruck bringt
- Eventuell ein Teil, in dem der verstorbene gewürdigt wird, seine Art, besondere
  Erinnerungen, Verdienste, Dinge, die verbunden haben
- Abschluss des Briefes, der einen Wunsch, einen Segen, einen Zuspruch 
  enthalten kann
- Wenn Sie einen passenden Text, ein Gedicht, ein Lied, einen Sinnspruch finden,
  können Sie ihn in den Brief integrieren, - als Eröffnung, als Abschluss, mitten hinein.
Die Grußformel "Mit stillem Gruß" ist altmodisch. Wählen Sie die abschließenden Grüße individuell zu Ihrer Beziehung zu den Hinterbliebenen.
Beispiele: "In aufrichtiger Verbundenheit", "Mit tiefem Mitgefühl", "In herzlicher    Anteilnahme", "Wir denken an euch und trauern mit euch", "Aufrichtiges Beileid".

Adressieren Sie einen Kondolenzbrief nicht "An das Trauerhaus", das ist überholt. Wählen Sie auch bei solchen Schreiben eine Anschrift wie: "Frau Sabine Maier, Herrn Stefan Wagner". Die Notlösung, falls Ihnen Vornamen nicht bekannt sind: "Familie Mustermann".

Versuchen Sie eine leserliche Handschrift. Der handgeschriebene Kondolenzbrief ist und bleibt die empfehlenswerteste Form. Bei am PC erstellten Briefen werden die Anrede und die Grußformel aber auf jeden Fall handschriftlich eingefügt. 

Beispiele für Kondolenzschreiben:

"Liebe Frau Wagner, lieber Herr Wagner, 
soeben bekamen wir die Nachricht vom plötzlichen Tod Ihres lieben Sohnes. Wenngleich es schwer ist, irgendwelche Worte zu finden, möchten wir Ihnen sagen, dass wir sehr traurig sind und Michael vermissen werden. Er war ein so lebenslustiger und offener junger Mann, und es war immer eine Freude, ihn zu sehen und zu erleben. Ihren Schmerz können wir nicht ermessen. Seien Sie gewiss, dass wir an Sie denken und Michael niemals vergessen werden. 
Ihre Anne und Walther Schneider" 
"Liebe Erika,
die Liebe ist die Basis für Kraft im Leben, Trauer ist der Preis für diese Liebe.
Liebe, die Euch Dein Vater so lange geben konnte. Wie gerne hättest Du ihn noch behalten, aber es gelingt nicht, man muss loslassen
Das einige was bleibt, ist die Erinnerung. Worte sind im Moment untröstlich.
Ich denke an Dich und umarme Dich!
Deine Hanne"
"Liebe Frau Holzer,
ich möchte Ihnen und Ihrer Familie mein aufrichtiges Beileid ausprechen, und wünsche Ihnen, dass irgendwann die schönen Erinnerungen an Ihren Vater den jetzigen Schmerz überdecken.
In herzlicher Anteilnahme
Doris Maier"

"Liebe Margarethe,
in der Zeitung lasen wir heute vom Tod Deines Vaters. Obschon sich das Ende seines Lebens in den vergangenen Monaten erahnen ließ, schien er einen ungebrochenen Lebenswillen und Optimismus zu haben. Ein beeindruckender Mann! Er wird uns fehlen.
Dir und Deinen Lieben wünschen wir von ganzem Herzen alles Gute.
Deine Freunde, Franziska und Udo"

"Liebe Frau Schulz,
eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt.
Ein Mensch, der immer für uns da war, ist nicht mehr.
Er fehlt uns so sehr.
Was bleibt sind die vielen Erinnerungen an Ihren Mann, für die wir dankbar sind und die uns niemand nehmen kann.
Herzliches Beileid"
"Sehr geehrter Herr Maier,
die Nachricht vom Tode Ihrer Frau hat uns hier im Urlaub erreicht. Leider ist es uns nicht möglich, an der Trauerfeierlichkeit teilzunehmen, doch dürfen Sie sicher sein, dass wir an Sie und an Ihre liebe Frau denken werden. Sobald wir wieder in Deutschland sind, werden wir uns bei Ihnen melden und das Grab besuchen. Für den Freitag und für alles, was nun vor Ihnen liegt, wünschen wir Ihnen von ganzem Herzen Kraft und den Segen Gottes - und dass Sie in aller Traurigkeit Trost finden in dankbarer Erinnerung.
Ihre Familie Müller"

"Lieber Gregor,
wir weinen mit Dir um Ute.
Wenn Du uns brauchst, sind wir für Dich da.
Maria und Elisabeth"

"Lieber Herr Wagner,
heute erreichte uns die Trauerkarte, die Nachricht brachte vom plötzlichen Tod Ihrer Frau.
Wir möchten Ihnen danke sagen, dass Sie uns an Ihrer Trauer Anteil geben. Der Tag begann so normal, und plötzlich, ist alles anders, man ist wie gelähmt, weiß nicht, was tun, was sagen...
Das Psalmwort, das Sie über die Karte stellten "Meine Tage sind eine Handbreit bei dir" - es ist schwer, das zu verinnerlichen, Ja dazu zu sagen, wenngleich dies unsere Lebenswirklichkeit ist. Aber da klingt auch Trost und Hoffnung mit, in dem "bei dir". Denn alle unsere Zeit, ob wir leben oder sterben, dürfen wir aufgehoben wissen bei Gott, in seiner Hand.
Diese unbeholfenen Zeilen sollen Ihnen, lieber Herr Wagner, Zeichen sein, dass wir mit Ihnen und mit Ihrer verstorbenen Frau verbunden sind - und bleiben.
Manfred und Heiderose Seiler"

"Sehr verehrte Frau Sandmann,
der Tod Ihres Mannes, meines langjährigen Kollegen macht mich traurig und betroffen. All die Jahre habe ich sehr gerne mit ihm gearbeitet. Sogar die Meinungsverschiedenheiten und fachlichen Diskussionen haben Spaß gemacht, weil er sich darauf verstand, gut und konstruktiv zu streiten. Seine Kompetenz, seine ganze Art habe ich sehr geschätzt. Dass das nun alles vorbei sein soll - unvorstellbar.
Seinen Sie meines Mitgefühls gewiss.
Ihr Albert Fiebert"

"Liebe Maria,
Mike, mein Freund, ist tot?
Es fehlen mir die Worte. 
In Liebe zu ihm und zu Dir
Pascal" 
Bestattungen Rolf

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